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RADWANDERN

RadwandernDen leichten Fahrtwind im Haar, den Geruch von blühendem Raps in der Nase und Vogelgezwitscher im Ohr - was gibt es Schöneres, als Land und Leute mit dem Rad zu entdecken?

Gut ausgebaute und naturnahe Wege bringen Radfahrer in und um Neuruppin zu manch hübschem Fleckchen Erde und zu interessanten Orten.

Das ist neu in Neuruppin und im gesamten Ruppiner Seenland – die Radweg-Knotenpunkte mit Nummern. Jeder Radler kann sich seine Touren mit Hilfe dieser Nummern individuell zusammenstellen. Und so funktioniert's: Dort, wo sich mindestens drei Radwege kreuzen, erhält dieser Knotenpunkt eine Nummer. Gut sichtbar steht diese Nummer auf der Spitze eines Wegweisers. Eine Übersichtskarte darunter hilft, sich zu orientieren und mit der entsprechenden Nummer den folgenden Touren-Abschnitt zu planen – bis zum nächsten Knotenpunkt.


Rund um den Ruppiner See, 40 km
Knotenpunkte 01-03-25-04-06-01

Hin & weg: Die Tour führt uns rund 40 km um den Ruppiner See, mit 14 km übrigens längster See Brandenburgs. Wir starten vom Tourismus-Service BürgerBahnhof in Neuruppin (RE 6, Bhf Rheinsberger Tor). Hier gibt's auch Mieträder und Radwanderkarten. Im Sommer Badesachen nicht vergessen!

Erleben & genießen: Wir fahren über den 630 m langen Seedamm Richtung Wuthenow. Übrigens ist der Damm die einzige Brücke über den Ruppiner See, 1898 als Bahntrasse erbaut, die Straße kam später hinzu. Theodor Fontane dichtete in seiner Erzählung „Schach von Wuthenow" dem Ort ein Schloss an und amüsierte sich köstlich, als eine Reisegruppe es besichtigen wollte. Den attraktiven Rittmeister Schach und die Geschichte um die Heirat eines, nun ja, nicht so hübschen Mädchens aber gab's wirklich. Kein Schloss in Wuthenow, dafür eine Dorfkirche auf dem Lankeberg. Und was für eine: Von Baumeister Schinkel entworfen, hütet sie im Inneren einen Schatz – ein Gemälde mit der ältesten Stadtansicht Neuruppins von 1694. Glücklich, wer den Kirchenschlüssel ergattert! Waren wir bisher fast allein auf den Radwegen und ruhigen Dorfstraßen, empfängt uns Gnewikow bunt und voller Leben! Im Jugenddorf auf dem einstigen Gutshof treffen sich Mädchen und Jungs aus aller Welt. Leute, packt die Badehose aus – in Gnewikow gibt's eine der schönsten Badestellen am Ruppiner See. Auf wenig befahrenen Straßen gelangen wir nach Karwe – ein langgestrecktes Dorf am Ruppiner See. Achtung, Abstecher einplanen! Und zwar 3 km auf der schnurgeraden Straße zur Alten Schäferei. Hier leben und arbeiten die Keramikerin Ursula Zänker und der Maler und Bildhauer Matthias Zágon Hohl-Stein (ja, genau der, der die berühmte Skulptur „Parzival am See" in Neuruppin schuf!). Rings um das Areal führt ein 1 km langer Kunstpfad durch Wäldchen und Wiesen (feste Schuhe!) zu rund 80 Kunstwerken aus Holz, Stahl, Beton, Keramik. An den Wochenenden (10-12 und 14-18 Uhr) öffnet der Künstler gern seine Werkstätten und die Galerie im herrlichen Garten.

Nach kurzer Fahrt erreichen wir Altfriesack. Das alte Fischerdorf mit Schleuse, Hubbrücke, der Alten Fischerhütte, mit dem Flüsschen Rhin und dem Bützsee hat so was Gemütliches... Doch weiterstrampeln, wir wollen nach Wustrau am südlichsten Zipfel des Ruppiner Sees. Ein Ort voller Geschichte und Geschichten. Das Brandenburg-Preußen-Museum (Di–So 10-18/Winter bis 16 Uhr), das einstige Schloss des Husarengenerals Zieten (heute Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie) und das Café Constanze im historischen Haus mit verführerischer Karte sind nur drei interessante Stationen. Auch im Hotel und Restaurant Seeschlösschen mit großer Seeterrasse am kleinen Yachthafen sitzt es sich sehr entspannt. Im Sommer werden See und Schloss übrigens zur traumhaften Kulisse für die Aufführungen des „Seefestivals". Genug gerastet, jetzt geht's auf dem Radweg (wie auf einer Allee spenden Bäume schönen Schatten) immer parallel zum Ruppiner See zurück nach Neuruppin. Reifes Getreide wiegt sich im leichten Wind, es riecht nach frisch gemähter Wiese. Treskow kommt in Sicht, erst das Gewerbegebiet, dann der Ort. Doch halt – wir fahren erst noch nach rechts in ein Waldgebiet zu einer spitzen Halbinsel im Ruppiner See. Hier stand einst ein slawischer Burgwall. Wer es weiß, findet ihn – ein kleines Plateau zeugt noch davon. Jedes Jahr im Frühling treffen sich hier Sportbegeisterte zum Burgwall-Lauf. Auf dem Radweg einmal quer durch Neuruppin schließt sich dann der Kreis.


Radwanderweg „Stille Pauline", 19 km Knotenpunkte 20-22-23 oder direkt von Neuruppin 01-06-04-05 über Langen nach Dammkrug

Hin & weg: Die Tour führt uns 19 km auf von Dammkrug, über Fehrbellin, Karwesee und Lobeofsund nach Paulinenaue. Noch fehlt der 3 km lange direkte Anschluss des Radweges nach Neuruppin – aber nicht mehr lange. Bis dahin kommen wir auf dem N1 und wenig befahrenen Straßen nach Dammkrug. Wem dann die 19 km zu kurz sind, der kann gleich weiter auf dem Havelland-Radweg radeln, der in Paulinenaue anschließt.

Erleben & genießen: Warum nun „Stille Pauline"? Ganz einfach: Wir rollen mit unseren Rädern heute dort, wo ab 1880 eine Kleinbahn dampfte und die Dörfer im Luch mit den Städten Fehrbellin und Neuruppin verband. Bis 1970 fuhren hier Personenzüge, bis 1995 noch Gütertransporte, dann wurden die Schienen abgebaut. Das Gleisbett aber blieb erhalten – schön breit und schnurgrade. Ideal für einen Radweg. Und da die Leute die Kleinbahn einst liebevoll-spöttisch „Stille Pauline" nannten, weil die Züge wohl mehr standen als fuhren, heißt der Radweg auch so.

Von Dammkrug nach Fehrbellin sind es nur 3,4 km. Wir nehmen uns die Zeit und streifen durch die Stadt: zur Stadtkirche, 1867 von Friedrich August Stüler erbaut, und zum Kurfürstenpark mit Bronzedenkmal des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1620–1688). Der hatte 1675 in der Schlacht bei Fehrbellin die Schweden geschlagen. Auch die 34 Meter hohe, begehbare Siegessäule in Hakenberg erinnert daran. Hakenberg liegt aber nicht direkt am Radweg – über Karwesee und Dechtow gelangen wir auf wenig befahrenen Straßen dorthin. In Dechtow gibt es übrigens eine kleine Heimatstube. Wer weiß, vielleicht steht die Tür auf, wenn wir vorbei radeln... Die Landschaft ist offen und weit, die Orte sind schlicht. Unendliche Ruhe umgibt uns. Das hat vor allem auch mit der Geschichte zu tun. Einst stand hier Wasser, das Moore bildete. Preußenkönig Friedrich II. und zuvor schon sein Vater ließen das Land trockenlegen. Auf den Äckern sollten Gras für die Kühe und Kartoffeln wachsen, um die Leute und die Soldaten satt zu kriegen. Unzählige Gräben wurden gezogen, in denen sich das Wasser sammeln konnte. Pappeln säumen heute die schnurgeraden Gräben. Schaut dort! Stehen da nicht Kraniche auf dem Feld? Die feuchten Wiesen bieten den Kranichen, Großtrappen und Störchen einen reich gedeckten Tisch. Wir radeln durch Lobeofsund. Komischer Name! Er soll von einem schwedischen Fahnenflüchtigen im Dreißigjährigen Krieg stammen. Der Soldat fand eine trockene Stelle im moorigen Luch zum Verstecken und rief: „Lob auf den Sand". Restauriert ist der einstige Bahnhof der „Stillen Pauline" im Ort. Nach 5,8 km ist unser Etappenziel Paulinenaue erreicht. Ein bisschen weitertrampeln in den Ortsteil Selbelang lohnt sich aber. Denn hier gibt es ein schlossähnliches Herrenhaus (Privatbesitz) mit einem schönen Park.


Neuruppin – Lindow, 20 km Knotenpunkte 02-75-74-73

Hin & weg: Los geht's vom Tourismus-Service BürgerBahnhof in Neuruppin (RE 6, Bhf Rheinsberger Tor) ins rund 20 km km entfernte Städtchen Lindow. „Lindow ist so reizend wie sein Name. Zwischen drei Seen wächst es auf und alte Linden nehmen es unter ihren Schatten", schwärmte einst Theodor Fontane.

Übrigens, wer den ersten Montag im Monat mit dem Rad nach Lindow fährt, kann von dort um 15 Uhr schön bequem mit dem Fahrgastschiff wieder nach Neuruppin zurück schippern (oder umgedreht: samt Rad mit dem Schiff 10 Uhr ab Seepromenade Neuruppin, 13 Uhr in Lindow anlegen, Stadtbummel und dann zurückradeln).

Erleben & genießen: Wir fahren ein kleines Stück stadtauswärts Richtung Alt Ruppin auf dem N1 bis wir den Knotenpunkt 02 erreichen. Jetzt geht es links weiter auf den N2. Wer sich erst noch in Alt Ruppin umschauen möchte, radelt einfach weiter. Der Ortsteil von Neuruppin liegt hübsch am nördlichsten Zipfel des Ruppiner Sees und wird von zwei Armen des Rhins umspült. Berühmt ist die „Alt Ruppiner Korsofahrt" immer am ersten Samstag im August. Und das bereits seit knapp 100 Jahren! Dann schmücken die Kapitäne erst ihre Boote und dann sich selbst. Die Grundstücke am Ufer sind in ein Lichtermeer getaucht, überall erklingt Musik und unter großem Hallo zieht alles vorbei, was sich irgendwie auf dem Wasser hält und bewegen lässt...

Doch weiter geht es – vorbei an der kleinen Schleuse – nach Molchow. Eine Holzbrücke führt über den Molchowsee ins Dorf. Auf dem Dorfplatz steht ein hölzerner Glockenturm. Dabei hatten die Molchower nie eine Kirche. Theodor Fontane lästerte über den Bau: „Aus der Mitte des Platzes wächst ein Turm auf, unheimlich und grotesk, als habe ihn ein Schilderhaus mit einer alten Windmühle gezeugt. Von beiden etwas." Wie es zu dem Turm kam? Die Molchower hatten einst in einem verlassenen Ort eine kaputte Glocke gefunden. Sie nahmen sie mit und bauten ihr einen Turm. Das war anno 1692.

Ein schöner, mit Obstbäumen gesäumter Weg bringt uns nach Krangen und von dort weiter durch ein Waldgebiet nach Zippelsförde. Für Angler ist der Ort am Flüsschen Rhin schon lange ein Begriff: In den Teichen tummeln sich Forellen, Welse, Karpfen, Beluga-Störe. Hier kann man wunderbar angeln und die Zeit vergessen... In Zippelsförde gibt es auch eine Naturschutzstation. Sie kümmert sich vor allem um Biber, Fischotter und Fledermäuse und ihre Lebensräume. Auch verletzte Tiere werden aufgepäppelt. Besuchen kann man die Station aber nur nach Anmeldung. Also weiter nach Klosterheide. Wir fahren durch ein Waldgebiet und passieren die Kramnitzer Mühle von 1550 mit ihrem idyllischen Mühlteich am nördlichsten Zipfel des Gudelacksees. Ein bisschen versteckt liegt der „Rosenhof" mit neobarockem Herrenhaus und Rosengarten mit rund 400 Arten. Das Anwesen ist in Privatbesitz. Zu besonderen Anlässen aber öffnet der Hausherr die Tore. Der Mühlenweg, der durch Wald und Felder führt, bringt uns schließlich zum Ufer des Gudelacksees nach Lindow. Man könnte hier wunderbar sitzen, dem Treiben im Yachthafen zuschauen, was essen und trinken – nichts da, wir wollen uns erst die Stadt anschauen: die Stadtkirche, das Rathaus, das einstige Kloster der Zisterzienserinnen. Im Wutzsee steht die steinerne Skulptur einer Nonne. Sie erinnert an die Sage von der schönen Nonne, die unglücklich im Kloster lebte und wie durch ein Wunder eines Tages verschwand...


Neuruppin – Rheinsberg, 22 km Knotenpunkte 02-75-74-82-81-80

Hin & weg: Diese Tour ist ein Teilabschnitt des Seen-Kultur-Radweges. Wir starten wieder vom Tourismus-Service BürgerBahnhof in Neuruppin (RE 6, Bhf Rheinsberger Tor). Dann geht es ein gutes Stück weiter bis Zippelsförde, wie in der Tour Neuruppin–Lindow beschrieben.

Erleben & genießen: In Zippelsförde geht es vorbei an den Fischteichen auf einem asphaltierten Weg in den Wald. Wir fahren mehr oder weniger parallel zum Flüsschen Rhin, der sich wild und kurvenreich durch die Landschaft schlängelt. Aber – wir sehen ihn nicht. Wir radeln durch weite Waldgebiete und Wiesen. Achtung! Tief ein- und ausatmen, das entspannt. Rechter Hand liegt das Dörfchen Zechow. Wir passieren die Försterei Berkholzofen, kurz darauf die Untermühle mit ihren Erholungsgrundstücken und der Kanustation. Die Lindenallee von Rheinsberg führt uns direkt zum 26 Hektar großen Lustgarten des berühmten Schlosses von Rheinsberg. Den Park dürfen wir aber nur zu Fuß durchstreifen. Die Feldsteingrotte, den Obelisk am anderen Ufer des Grienericksees, Grabpyramide, Alleen und Blumenrondelle – das muss man gesehen haben. Und erst das Schloss! Und den Blick auf den See! Preußens Kronprinz Friedrich verbrachte hier frisch verheiratet von 1736 bis 1740 seine, wie er selbst sagte, glücklichsten Jahre. Kein Wunder, er musste hier nicht viel tun, spielte Flöte, traf sich mit Freunden... Als er König wurde, schenkte er Schloss und Park seinem Bruder Heinrich, der es als Musentempel mit Schlosstheater und Heckentheater gestalten ließ. Heute hat im Schloss auch das Tucholsky-Museum seinen Platz. Übrigens: Rheinsberg ist auch eine traditionelle Töpferstadt. Berühmt ist die Rheinsberger Teekanne. Damals noch in Braun. Zwei Manufakturen, Galerien, ein Museum und der Töpfermarkt im Herbst laden zum Schauen und Shoppen ein. Es gibt Fahrgastschiffe, ein Hafendorf mit Leuchtturm, Pferdekutschen, den Boberower Wald... Viel zu viel zu sehen und zu erleben für ein paar Stunden.


Rundtour Neuruppin – Netzeband – Neuruppin, 50 km Knotenpunkte 01-31-32-75-02-01

Hin & weg: Diese Rundtour mit Start/Ziel Tourismus-Service BürgerBahnhof in Neuruppin (RE 6, Bhf Rheinsberger Tor) folgt ein Stück dem Prignitz-Express-Radweg, der bis nach Wittstock/Dosse führt. Der Radweg ist beliebt – vielleicht ja deshalb, weil er parallel zur Strecke des Regional-Express RE 6 verläuft. Denn wer müde wird vom Radeln, kann einfach mal in den Zug steigen... Aber schon in Netzeband biegen wir ab und fahren auf dem Neuruppiner Radweg N2 durch die herrliche Ruppiner Schweiz zurück in die Fontanestadt.

Erleben & genießen: Über die Neuruppiner Wallanlagen führt der gut ausgeschilderte Weg nach Kränzlin und von dort aus immer schön parallel zu den Schienen nach Walsleben, Katerbow und Netzeband. Halt! Hier müssen wir uns ein bisschen Zeit nehmen. Die hübsche Temnitzkirche von 1834 und der Gutspark dahinter sind kulturelles Zentrum und von Juni bis Ende August Schauplatz des Theatersommers Netzeband. Kult ist das Stück „Unter dem Milchwald" mit 53 überlebensgroßen Figuren, das jedes Jahr gespielt wird. Wer es noch nicht gesehen hat – nichts wie hin! Die Landschaft hier bringt uns runter auf Normalpuls – die Weite der Wiesen, Pferde auf den Koppeln, Wald. Aber wir wollen ja weiter, biegen auf den Weg nach Rägelin und dann nach Frankendorf. Hier gibt es übrigens ein tolles Angebot: Wandern mit Huskies und Hundeschlittentouren! Um Vierbeiner und gefiederte Gesellen geht's auch ein Stück weiter in Kunsterspring – dem Tierpark (täglich geöffnet) im Herzen der Ruppiner Schweiz. Also, Räder angeschlossen und hinein ins 16 ha große Reich von Fischottern, Wildkatzen, Luchsen, Wisenten, Wölfen und anderen heimischen Wildtieren in genau 98 Arten. Hier können wir Tiere beobachten, ausruhen, uns stärken und überlegen, ob wir nach dem Tierpark noch entlang der Kunster zur Kochquelle laufen. Das sind nur schlappe 3 km und der Weg lohnt! Denn am Ende blubbert und brodelt das Wasser in besagter Quelle. Es ist aber nicht heiß, sondern kalt und eine kleine Laune der Natur... Weiter führt unsere Radtour nun entlang des Tornowsees. Jaja, wir merken es: Wir sind hier in einer Schweiz, in der Ruppiner Schweiz! Es gibt richtige kleine Berge, steile Uferhänge, tief eingeschnittene Täler mit Bächlein, tolle Buchenwälder. Die einzige waldfreie Aussicht auf den Tornowsee haben wir vom „Zanderblick". Dieses fantastische Plätzchen wurde nach dem engagierten Förster und Jäger Hans Zander (1887–1952) benannt. Der sammelte allerlei Interessantes aus der Natur wie skurrile Geweihe und Baumschwämme und stellte es ab 1936 im Waldmuseum in Stendenitz (Mai bis Okt. Mi–So 10–17 Uhr) aus. Das schilfgedeckte Blockhaus gibt es noch heute und liegt direkt an unserem Weg. Was aber ist das denn? Knallbunte Terrasse, grelle Möbel und das mitten im Wald? Die „Waldschenke" gleich neben dem Museum macht neugierig. Und der Käsekuchen auch...

Nah am Zermützel-, Tetzen- und Molchowsee verläuft der Europawanderweg E10, unser asphaltierter Radweg N2 dagegen entfernt sich ein kleines Stück. Wir radeln durch herrlichen Wald zur Schleuse Neumühle, weiter nach Alt Ruppin und genießen die würzige Luft. Nur noch ein kleines Stück... und Neuruppin hat uns wieder.

Die Ruppiner Schweiz – Triathlon für Genießer

Hin & weg: Diese Tour klingt schrecklich anstrengend. Und dann doch irgendwie sehr gemütlich... Bei drei Disziplinen lernen wir entspannt die fantastische Landschaft kennen: radeln, paddeln, Schiff fahren. Von April bis Mitte Oktober ist dieses besondere Erlebnis buchbar. Start und Ziel ist Neuruppins herrliche Seepromenade. Los geht's am besten so gegen 10 Uhr am Servicebüro der Fahrgastschifffahrt – hier stehen schon die Fahrräder bereit.

Erleben & genießen:

Wir radeln nach Alt Ruppin, vorbei an der Schleuse Neumühle nach Stendenitz. Das sind 12 km, gut eine Stunde brauchen wir für diese erste Etappe (siehe Rundtour Neuruppin). Eine kleine Verschnaufpause in Stendenitz tut gut – da ist das Waldmuseum, da lockt die „Waldschenke" zur Rast... Dann geht's vom Sattel ans Paddel: Vom Bootsanleger in Stendenitz paddeln wir mit dem Kanu auf dem Zermützelsee zum Rottstielfließ. Schön ist es hier und still. Nur die Vögel zwitschern. Noch durch eine Brücke und dann liegt er vor uns, der Tornowsee – groß, tief eingeschnitten in bergige Ufer mit dichtem Wald, irgendwie geheimnisvoll... Am nördlichsten Zipfel des Sees liegt Boltenmühle. Knapp zwei Stunden brauchen wir für die rund 7 km lange Strecke. Naja, das bisschen Muskelkater morgen geht auch schnell wieder weg. Dort, wo das Fahrgastschiff anlegt, ziehen wir auch das Kanu an Land. Der Magen knurrt. Okay, laufen wir zur Boltenmühle, einer netten Ausflugsgaststätte. Einst stand hier eine Mahl- und Schneidemühle. Das Mühlrad wird vom romantischen Binenbach angetrieben. Jetzt dürfen wir aber das Fahrgastschiff nicht verpassen: Punkt 16 Uhr legt es ab und schippert uns gemütlich Richtung Neuruppin. Die Buchen und Eichen, die Berge und Schluchten, die Seen und Quellen unterwegs sind was für die Romantiker unter uns. Nach rund 8 Stunden Triathlon für Genießer gehen wir um 18 Uhr an der Neuruppiner Seepromenade wieder vor Anker.