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WANDERN

WandernEine der schönsten Landschaften zum Wandern ist die Ruppiner Schweiz nördlich von Neuruppin. Gut markierte Wege führen durch dichte Buchenwälder über sanfte Anhöhen.

Klare Seen liegen Ihnen zu Füßen. Bizarre Schluchten und malerische Bäche kreuzen Ihren Weg. Hier können Sie Stille spüren, gute würzige Luft atmen und sich frei fühlen.


Rund um den Kalksee (5 km)

Hin & weg: Los geht's am Restaurant Boltenmühle. Mit dem Pkw kommt man gut hin (ausgeschildert, mehrere Parkplätze). Geben wir Auto und Fahrer aber mal frei und nehmen einfach das Schiff! Täglich um 11 Uhr legt der Dampfer in Neuruppin ab und geht um 13 Uhr auf dem Tornowsee vor der Boltenmühle vor Anker. Um 15:30 Uhr schippert er wieder zurück. Bleiben 2,5 Stunden – genügend Zeit also für die 5-km-Tour!

Sehen & wundern: Und jetzt wird's richtig lustig. Denn du glaubst, du bist im Gebirge! Wir folgen dem Binenbach, der sich gleich hinter der Boltenmühle durch wilde Schluchten schlängelt. Uralter Buchenmischwald breitet sein dichtes Blätterdach über uns aus. Richtig geheimnisvoll... Na klar, wir sind in der Schweiz, in der Ruppiner Schweiz – eine Laune der Eiszeit. Theodor Fontane hat die Landschaft sehr hübsch beschrieben – nachlesen lohnt sich. Wo der Binenbach endet (aber eigentlich anfängt), beginnt der Kalksee. Er ist ein toller Badesee (Badestellen am Südufer), denn Motorboote gibt's hier nicht. Aber Hallo, er hat es in sich – er ist bis zu 22 Meter tief! Wie herum wir nun gehen, ist schnurz. Laufen wir also erst durch Binenwalde, zwei Hand voll Häuser, fast vergessen vom Rest der Welt. Aber: Hier gibt's noch einen alten Landgasthof. Ein paar Stufen hoch geht's auf den Hügel zum Sabinen-Denkmal. Theodor Fontane hat sie ausgeplaudert, die Geschichte von der schönen Försterstochter Sabine (1715–1783). Heimlich traf sie sich mit Preußens Kronprinzen Friedrich, der vom nahen Rheinsberger Schloss herüber ritt. Chronisten mühten sich eifrig, die Gerüchte zu widerlegen. Hat sie, hat sie nicht – den Binenwaldern ist es egal, sie feiern jährlich im August ihr Sabinenfest und sorgten auch für eine neue Statue. Ganz bestimmt war Sabine aber viel, viel hübscher... Zurück laufen wir wieder am Binenbach entlang zur Boltenmühle. Eine kleine Stärkung ist bestimmt noch drin, bevor das Schiff in See Richtung Neuruppin sticht.


Wanderung zur Kochquelle (3 km)

Hin & weg: Mit dem Auto geht's bis zum Tierpark Kunsterspring (12 km nördlich von Neuruppin, großer Parkplatz, Waldgaststätte Eichkater). Die Tour ist mit 3 km ziemlich kurz, wer Lust hat, kann auch in den Tierpark (u. a. Wölfe, Luchse, Fischotter, Schwarzstorch) gehen. Der Natur- und Lehrpfad zur Kochquelle beginnt aber auf der anderen Straßenseite beim Fischer (Forellen- und Saiblingzuchtbetrieb mit Räucherofen und leckerem Fischimbiss!).

Sehen & wundern: Kunsterspring – wie das klingt! Und genauso fantastisch ist die Landschaft, übrigens ein Naturschutzgebiet. Hier bündeln sich Quellen zum Bächlein Kunster. Das Wasser hat sich tief in den Boden gegraben und ein irres Tal gezaubert: urwüchsig, mit verschlungenen Bäumen, moosbewachsen ... Forst-Azubis der nahen Waldarbeitsschule legten hier einen Pfad mit Infotafeln an. Wir laufen am Kunsterteich entlang und folgen dann dem Bachlauf. Erle, Fichte, Lärche, Douglasie, Rotbuche, Kiefer, Stieleiche – was wachsen hier für tolle Bäume! An der Liebeswiese (warum heißt sie so?) vorbei und schwups sind wir an der Kochquelle: Das Wasser blubbert und brodelt. Doch Irrtum! Es ist nicht heiß, sondern sommers wie winters 8 Grad kühl. Des Rätsels Lösung: Das nach oben drückende Wasser wirbelt feinen Sand auf. Und das sieht dann aus wie kochende Suppe. Wer sich traut, hält einfach mal die Hand rein... Und? Wie fühlt es sich an? Zurück geht's auf der anderen Seite der Kunster, vorbei an den Quellen mit schönem Namen „Margarethenruh" und der Schutzhütte. Beim Fischer können wir zum Schluss noch fangfrischen oder geräucherten Fisch einkaufen.


Luchwandertour von Garz (13 km)

Hin & weg: Start und Ziel ist die Kirche im Dorf Garz/Temnitz – hier lässt sich das Auto gut parken. Picknick und Fernglas mitnehmen!

Sehen & wundern: Auf dem Luchdamm laufen wir raus aus dem Dorf ein Stück gen Süden und dann links rein auf den Plattenweg ins Rhinluch. Was heißt das überhaupt – Rhinluch? Nach der Eiszeit war das mal ein sumpfiges Gebiet, vom Fluss Rhin durchzogen, exakt: ein Flachmoor. Preußenkönig Friedrich II. ließ es trockenlegen – also Gräben ausheben, in denen sich das Wasser sammelte, und Deiche bauen. Er holte Siedler her, um die Wiesen und Weiden zu bewirtschaften. Auch „schwarzes Gold", nämlich Torf (vermoderte Pflanzenreste), wurde hier gestochen, das getrocknet einst wertvolles Brennmaterial war. Wir folgen den schnurgeraden Plattenwegen in Richtung des Dorfes Manker und haben einen unheimlich weiten Blick in die offene Landschaft: Im Frühjahr ist hier alles quietschgelb vom Löwenzahn (Picknick). Im Sommer suchen Silberreiher und Weißstörche (Fernglas!) auf den Feuchtwiesen nach ihren Lieblingsspeisen. Mutterkühe und ihre Kälbchen stehen auf den Weiden. Und im Herbst wabert der Nebel gespenstig über die Wiesen. Ja, auch das ist schön. Aber Achtung! Wegweiser gibt es nicht und es kann durchaus passieren, dass man den richtigen Plattenweg-Abzweig für den Rundkurs verpasst. Unser Tipp: mit einem Wanderführer ins Luch! Der Tourismus-Service Bürgerbahnhof hilft da gern weiter.


Von Stendenitz bis Boltenmühle (6 km)

Hin & weg: Wir starten in Stendenitz am Zermützelsee und kommen am Besten von Neuruppin mit dem Fahrgastschiff her, das hier 12:30 Uhr anlegt (siehe Tour um den Kalksee). Zurück geht es um 15:30 Uhr mit dem Dampfer von Boltenmühle nach Neuruppin. Man kann natürlich auch mit dem Auto nach Stendenitz (Parkplätze) fahren und dann vom Wanderziel Boltenmühle mit dem Schiff wieder zurück bis Stendenitz schippern (an 16:00 Uhr).

Sehen & wundern: Bevor wir aber loswandern, geht's erstmal ins Museum (Mai bis Okt. Mi–So 10–17 Uhr). Ins Waldmuseum Stendenitz, ein schilfgedecktes Blockhaus. Das gibt's schon seit 1936 und gehört zu den ältesten in Deutschland. Förster Hans Zander hatte allerlei Dinge aus der Natur gesammelt und hier ausgestellt. Kleine Schatzsucher können im „Zanders Waldkabinett" den Tresor knacken und im Erlebnisraum Spuren suchen. Vor der Tür beginnt auch ein Walderlebnispfad. Okay, rasch noch stärken. Neben dem Museum wird's knallbunt: grelle Fliesenmosaike, bemalte Terrasse, bunte Möbel – die „Waldschenke" macht neugierig. Und: Hier gibt's den besten Käsekuchen. Nun aber los! Wir gehen vorbei am Campingplatz zum Rottstielfließ, das den Zermützel- mit dem Tornowsee verbindet, und folgen seinem Lauf. Jetzt wird's wild-romantisch! Nicht weit von der Försterei Rottstiel bringen uns ein paar Stufen hinauf zum Rastplatz „Zanderblick". Vor uns schimmert der Tornowsee silbern in der Sonne. Atemberaubend! An seinem Westufer führt ein Weg durch stillen Buchenwald. Richtig bergig wird's. Die kleine Brücke über den Kunsterbach, ein schmaler Pfad direkt am Ufer des Tornowsees, verschwiegene Badestellen, die gastliche Boltenmühle und die Dampferfahrt zurück – was für ein super Tag!


Von Wustrau nach Neuruppin (18 km)

Hin & weg: Der RE 6 bringt uns bequem vom Neuruppiner Bahnhof Rheinsberger Tor in nur 8 Minuten zum Bahnhof Wustrau-Radensleben. Ein Stückchen Straße und dann geht's ab in den Wald zum Ruppiner-Land-Rundwanderweg (er folgt meist dem E 10), der uns am Ende über den Seedamm direkt in die Neuruppiner City führt.

Sehen & wundern: Ja gut, Wustrau passieren wir jetzt nicht wirklich, sehen es nur von Weitem. Oder wir laufen die 3 km vom Bahnhof in den hübschen Ort am Ruppiner See, der jede Menge über Preußens Geschichte erzählt (Brandenburg-Preußen Museum, Schloss des Husarengenerals Zieten, heute Tagungsort der Deutschen Richterakademie). Auch Altfriesack, das alte Fischerdorf zwischen Bütz- und Ruppiner See, ist zauberhaft – mit Klappbrücke, Schleuse, Holz-Skulpturen...

Aber zurück zur Tour. Auf naturbelassenen Wegen laufen wir meist am Ufer des Ruppiner Sees entlang und passieren Karwe, ein 2 km langes Straßendorf. Im Mai stehen am Wegesrand uralte Kastanien in voller Blüte und so heißt das Gasthaus & Hotel im Ort auch „Zur Kastanie". Es gibt eine kleine Badestelle und eine nette Geschichte von Theodor Fontane: Karwe gehörte einst dem Geschlecht derer von Knesebeck. Anno 1785 verabredeten sich die befreundeten Söhne des alten Knesebeck auf Karwe und des alten Zieten auf Wustrau zu einer Seeschlacht. Es war Frieden und die jungen Offiziere hatten Langeweile. Mit einer List schließlich bezwang der junge Knesebeck den schon triumphierenden Zieten-Sohn... Weiter über Seehof kommen wir nach Gnewikow. Das einstige Gutshaus wurde saniert und ist heute Gästehaus, Restaurant, Standesamt. Es gehört zum Jugenddorf Ruppiner See, in dem sich junge Leute aus aller Welt zu Sport und Spiel treffen. Gnewikow hat auch die größte Badestelle weit und breit mit Sandstrand und Badesteg. Scheint die Sonne – nichts wie hinein ins Wasser! Erfrischt umrunden wir die Lanke, einen Ausläufer des Ruppiner Sees, und kommen nach Wuthenow, das wohl älteste Dorf im Ruppiner Seenland. Rasch noch einen Blick in die Kirche von 1837 – schließlich hat der große Karl-Friedrich Schinkel sie entworfen. Auf der anderen Seeseite liegt Neuruppin – noch knappe 3 km über den Seedamm. Der wurde erst 1898 als Bahntrasse erbaut. Die Straße kam später hinzu. Es heißt, Pater Wichmann hatte einst in Wuthenow zu tun. Als er jedoch die Glocke des Klosters in Neuruppin zum Mittagsmahl hörte und er gar hungrig nicht noch den halben See umrunden wollte, schritt er – Gott vertrauend – geradewegs übers Wasser. Und kam wohlbehalten an...


Rundtour von Linum nach Hakenberg

Hin & weg: In Linum können wir das Auto überall im Dorf parken, folgen einem Rad-/Wanderweg zum Denkmal nach Hakenberg und laufen den Ruppiner-Land-Rundwanderweg (E 10) wieder zurück zum Storchendorf Linum.

Sehen & wundern: In Linum trägt man die Nase ganz weit oben, denn hier ist Störchegucken angesagt. Bis zu 14 Weißstorchpaare kommen jedes Jahr in den Ort, um ihre Jungen großzuziehen. Das Rhinluch mit seinen feuchten Wiesen serviert Meister Adebar einen reich gedeckten Tisch. Sind die Störche Mitte August weg, kommen tausende Kraniche. Auf ihrer Reise schlafen sie in den Stoppelfelder und in der Linumer Teichlandschaft. Wer mehr wissen will guckt sich die Ausstellung der NABU-Storchenschmiede an (April bis Okt. Mi bis Fr 10–16 Uhr, Sa, So, Fei 10–18 Uhr). Nur ein paar Schritte weiter stärken wir uns im Café & Restaurant „Kleines Haus" (Mi–So ab 11 Uhr). Hier kocht der Wirt saisonal und super frisch. Seine Zutaten holt er aus der Umgebung bis maximal 100 km. Wir laufen durch Linum zum Sportplatz und nehmen den Weg zwischen Feldern, Wiesen und Wald. Schon bald sehen wir sie – die Siegessäule von Hakenberg: imposante 34 Meter hoch, 1879 gebaut, am Fuß ein Porträt von Kurfürst Friedrich Wilhelm (1620–1688), auf der Spitze die vergoldete Siegesgöttin Victoria: 1675 hatte das brandenburgische Heer in der Schlacht bei Fehrbellin die Schweden geschlagen. Eine schmale Wendeltreppe und 114 Stufen später stehen wir oben auf der Plattform der Siegessäule. Ein irrer Blick! Wir stärken uns im „Waldhaus am Denkmal", laufen auf der herrlich breiten Allee ins Dorf Hakenberg und dann auf dem Ruppiner-Land-Rundwanderweg (E 10) zurück nach Linum. Am Teichland kommen wir raus. Hier gibt's 36 Teiche (auch zum Angeln), einen Naturlehrpfad und Bootstouren zu den Schlafplätzen von Biber, Kranich und Co.