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WASSERWANDERN

WasserwandernDer Ruppiner See ist mit 14 km Länge der längste See Brandenburgs. Hier bieten sich Paddel-Anfängern sowie erprobten Wasserwanderern beste Möglichkeiten, sich "auszutoben".

Direkt am Fluss Alter Rhin im Zentrum von Alt Ruppin liegt die Wasserwanderstation und Bootsvermietung „Rhinpaddel". Steigen Sie einfach ins Kanu, paddeln Sie über den Ruppiner See - und schon sind Sie mitten in der Fontanestadt. Die schönsten Natur-Touren sind die Paddeltour über den Rheinsberger Rhin, ein wildromantischer Fluss mit urwüchsigen Ufern (nur vom 15. Juni bis 31. Okt. befahrbar), und die Rundtour durch das Rhinluch ab Linum oder Fehrbellin (ca. 35 km, 1 bis 2 Tage). Freizeitkapitäne erwartet auf dem Ruppiner See bei Kilometer 40 an der rechten Uferseite ein moderner Ankerplatz - der Yachthafen Neuruppin am Sonnenufer. Die moderne Steganlage bietet 30 Gast- und Dauerliegeplätze. Vom kleinsten Kanu bis zur imposanten Yacht mit bis zu 12 Meter Länge können hier alle Boote anlegen.


Rhintour – von Rheinsberg nach Zippelsförde (ca. 18 km) (nur vom 15. Juni bis 31. Oktober, 9 bis 19 Uhr)

Hin & weg: Wir lassen das Boot in Rheinsberg (rund 5 Gehminuten vom Bahnhof entfernt) in den Rhin – entweder das eigene oder ein Mietboot. Erlaubt sind allerdings nur kleine Kajaks. Das Team von „Rhinpaddel" hat auch ein super Angebot: Treff auf dem Parkplatz in Zippelsförde (Ziel der Rhintour) und Transfer nach Rheinsberg. Picknick nicht vergessen!

Rein & los: Um es gleich vorweg zu sagen: Das ist eine recht sportliche Tour für Könner!Denn der Rheinsberger Rhin hat es in sich: Bei einem Gefälle von 17 m macht er ganz schön Tempo! Und weil die Natur hier besonders geschützt ist, darf auch nur stromabwärts und ab 65 cm Wasserstand gepaddelt werden. Und nur vom 15. Juni bis 31. Oktober. Hier ziehen sich Otter und Biber zurück, brüten Eisvögel an den steilen Uferhängen. Die Tour ist wild und romantisch: Ungebändigt windet sich der Rhin durch die Landschaft. Nach engen Kurven strömt er besonders schnell und macht Mühe, das Boot auf Kurs zu halten. Achtung, Kopf einziehen! Vom Wind geknickte Bäume liegen quer, Äste tunken tief ins Wasser. Knapp 2 km hinter Zechow gibt's eine Fischtreppe – hier müssen wir das Boot rausnehmen und herumtragen. Manchmal ist das Wasser so flach, dass wir den Grund sehen. An der Rhinbrücke in Rheinshagen, gut die Hälfte der Strecke, gibt es einen Platz zum Picknicken. Und dann wird's urig und ein bisschen verwunschen: Farn wuchert am Ufer, das dichte Blätterdach lässt nur spärlich die Sonne durch. Bizarr ragen knorrige, freigespülte Baumwurzeln aus dem Wasser. Libellen begleiten uns und irgendwo im Wald raschelt es. Wildschweine? Dann ist Zippelsförde erreicht. Kurz vor dem Wehr kommen die Boote aus dem Wasser. Manch ein Paddler unterschätzt die Distanz, die Strömung und die Kräfte – rund 4,5 Stunden sollte man für die Tour schon einplanen. Stärkung gefällig? Die Fischzucht Zippelsförde gleich nebenan bietet Fischimbiss und frisch geräucherte Forellen. Hier gibt es auch einen Angelpark (Forellen, Saiblinge, Welse, Karpfen, Störe) mit Teichen, die vom wunderbaren Flüsschen Rhin gespeist werden.


Von Boltenmühle nach Alt Ruppin (ca. 12 km)

Hin & weg: Wir starten in Boltenmühle am nördlichsten Zipfel des Tornowsees an der Anlegestelle der Fahrgastschiffahrt – entweder mit dem eigenen Boot oder mit einem gemieteten Kanu von „Rhinpaddel". Dann unser Tipp: Das Auto in Alt Ruppin an der Kanustation von „Rhinpaddel" abstellen und Mann und Boot vom Team nach Boltenmühle „beamen" lassen. Gut 3,5 Stunden sind wir unterwegs.

Rein & los: Dort, wo sich der Rhin kräftig aufplustert, wird er zu langgestreckten Seen – gleich vier davon durchfahren wir auf dieser Tour. Der Tornowsee ist einer der klarsten und schönsten Seen Brandenburgs. Dichte Wälder säumen die Ufer, hier und da gibt's lauschige Badestellen. Achtung, die Einfahrt ins Rottstielfließ nicht verpassen (schmale Steinbrücke, Motorboote sind hier übrigens verboten)! Langsam gleiten wir dahin, werden eins mit der Natur. Einen ganzen Kilometer lang. Sumpf und Wald, Seerosen, Schilf und Graureiher. Plötzlich öffnet sich das Fließ und gibt den Blick frei auf den Zermützelsee. Gegenüber liegt der Ort Zermützel, gleich rechts von uns Stendenitz. Hinter dem Campingplatz holen wir die Boote aus dem Wasser (gute Einsatzstelle für weitere Touren). Zeit für eine gemütliche Rast. In der „Waldschenke" wird's knallbunt: grelle Fliesenmosaike, bemalte Terrasse, bunte Möbel – das macht Laune. Und: Hier gibt's den besten Käsekuchen. Wennschon Landgang, dann richtig! Ab ins Waldmuseum (Mai bis Okt. Mi–So 10–17 Uhr) gleich nebenan in dem schönen schilfgedeckten Blockhaus: Das gibt's schon seit 1936 und gehört zu den ältesten in Deutschland. Förster Hans Zander hatte allerlei Dinge aus der Natur gesammelt und hier ausgestellt. Weiter geht's mit dem Boot durch die Stendenitzbrücke und eine Enge in den 2,5 km langen Tetzensee. Ist der See durchquert, paddeln wir wieder ein Stück im schmaleren Rhin, eine Brücke und wir sind im 2 km langgestreckten Molchowsee. In beiden Seen kann man an den Ufern schicke Wochenend-Domizile gucken und herrlichen Wald und dichtes Schilf passieren. Am Molchowsee gibts einen einen kleinen Hafen, einen Wasserwanderrastplatz und eine Badestelle (guter Einsetzer für Boote). Am Ende des Sees erwartet uns die Schleuse Neumühle, die 1,65 m Wasserunterschied ausgleicht. Super Abwechslung! Entweder warten und schleusen lassen oder selbst Hand anlegen an der Slipanlage. Na, das machen wir doch! Gleich dahinter nimmt uns das urige Flüsschen Rhin wieder gefangen. Schade, denn schon nach 800 m geht's in den Seitenarm Alter Rhin und wir sind am Ziel: Wasserwanderrastplatz Alt Ruppin.


Von Lindow nach Alt Ruppin (ca. 22 km)

Hin & weg: Die Tour ist was für Leute mit Ausdauer und Muckis – immerhin sind wir 5 Stunden unterwegs. Los geht's am Freibad Gudelacksee. Hier können wir unsere Boote einsetzen. Oder wir ordern zuvor Mietkanus von „Rhinpaddel". Nach Lindow kommt man übrigens gut mit der Bahn oder dem Auto. Bevor wir starten, gibt's ein paar schöne Fleckchen in Lindow, der Stadt der drei Seen: das einstige Klostergelände am Wutzsee, die Kirche, das Rathaus, die Marina...

Rein & los: Quer über den Gudelacksee paddeln wir zur „Liebesinsel". Irrtum! Anlegen ist nicht. Sie gehört den Vögeln. Mitten im See passieren wir die 45 ha Insel Werder mit wiederum zwei Seen drauf. Einst wurden hier Ton abgebaut und Ziegel gepresst. Jetzt ist ein großer Teil der Insel in privatem Besitz. Hier weiden Schafe, Ziegen und Rinder, gibt es Projekte zur Umweltbildung. An der Nordseite aber kann man anlegen und sich ein bisschen wie Robinson Crusoe fühlen... Auf dem Lindower Rhin paddeln wir zum Möllensee. Einmal quer über den See erwartet uns wieder der Rhin mit unfassbar schönen Landschaftsbildern: Wald, Feld, Wiesen, nur hier und da ein Wochenendhaus. Rund 4 km schlängelt er sich bis zum Zermützelsee. Und was ist das? Wir gleiten vorbei an schwimmenden dicken Rundhölzern. Sie hängen locker an Holzpfählen, die in größeren Abständen ins Ufer gerammt wurden. Aha, so wird das sumpfige Ufer begrenzt. Die Natur hat hier ihren Platz... und wir Paddler auch. Am Ende des Rhins und dem Eingang zum Zermützelsee führt eine Brücke zur Försterei Fristow, nach Zermützel und Stendenitz. Von hier geht's weiter wie schon in der Tour „Von Boltenmühle bis Alt Ruppin" beschrieben.

Übrigens: Jeden ersten Montag im Monat fährt auch ein Fahrgastschiff von Neuruppin (Start 10 Uhr) nach Lindow (an 13 Uhr) und zurück (ab 15 Uhr). Wer nicht paddeln will, kann also ganz relaxed mit einem kühlen Getränk in der Hand von Deck aus die Ruppiner Gewässer erkunden...


Rundtour ins Rhinluch (ca. 30 km, gute 2-Tages-Tour mit Landgang)

Hin & weg: Start und Ziel unserer Tour ist der Wasserwanderrastplatz am Bützsee in Altfriesack (am Kanucamp Altfriesack, Bootsverleih). Aber zuvor Altfriesack ansehen – das alte Fischerdorf hat was.

Rein & los: Gleich zu Beginn unserer Tour erwartet uns ein Highlight: Erst geht es durch die Schleuse und dahinter durch die Hubbrücke von Altfriesack! Tolle Bauwerke! Ein Stück paddeln wir auf dem Rhin und gelangen in den südlichsten Zipfel des Ruppiner Sees (mit 14 km der längste See Brandenburgs!) nach Wustrau. Wer den Ort noch nicht kennt, sollte einen Landgang einplanen: das Brandenburg-Preußen-Museum, das einstige Schloss des Husarengenerals Zieten (heute Tagungsstätte der Deutschen Richterakademie) und das Café Constanze im historischen Haus mit verführerischer Karte sind nur drei interessante Stationen. Am Mühlenwehr an der Alten Mühle, mittlerweile schön saniert, müssen wir die Boote in den Wustrauer Rhin umsetzen. Das heißt konkret: Kräfte mobilisieren und rund 160 Meter schleppen! Der Wustrauer Rhin ist schmal und oft verkrautet. Es paddelt sich schwer, dafür aber werden wir mit herrlicher, fast menschenleerer Landschaft versöhnt: schnurgerade Kanäle durchziehen das flache Land, umrahmt von Bäumen und Büschen, dazwischen Wiesen und Weiden. Nach der Eiszeit war das Rhinluch ein sumpfiges Gebiet, vom Fluss Rhin durchzogen, exakt: ein Flachmoor. Preußenkönig Friedrich II. ließ es trockenlegen – also Gräben ausheben, in denen sich das Wasser sammelte, und Deiche bauen. Er holte Siedler her, um das Land zu bewirtschaften. Auch „schwarzes Gold", nämlich Torf (vermoderte Pflanzenreste), wurde hier gestochen. Getrocknet war es einst wertvoller Brennstoff zum Heizen und Kochen. Heute sind die feuchten Wiesen des Rhinluchs herbstlicher Rastplatz für tausende Kraniche und Wildgänse. Weißstörche lassen sich hier beobachten und mit etwas Glück auch Eisvogel, Seeadler und Fischotter. Nach rund 6 km gehts links in den Fehrbelliner Kanal. Wer eine 2-Tages-Tour machen will, kann am Ende des Kanals nach rechts in den Rhinkanal schwenken, rund 8 km nach Fehrbellin paddeln, am Bollwerk anlegen und sich die Stadt ansehen. Wir paddeln aber weiter linker Hand in den Alten Rhin. Er bringt uns zur Schleuse Hakenberg. Wer nicht aufs Schleusen warten will, setzt sein Boot selbst um. Hakenberg? Ach ja, die 34 Meter hohe Siegessäule (Aussichtsplattform!), die an die gewonnene Schlacht bei Fehrbellin 1675 erinnert. Ab der Schleuse schlängelt sich der Alte Rhin kurvig durchs Land und passiert die Linumer Teiche. Über den Amtmannkanal kommen wir ins Storchendorf Linum. Hier ist Störche gucken angesagt! Bis zu 14 Paare ziehen jedes Jahr ihre Jungen groß. Sind die Störche Mitte August weg, kommen tausende Kraniche. Wer mehr über die Tiere wissen will guckt sich die Ausstellung der NABU-Storchenschmiede an (April bis Okt. Mi bis Fr 10–16 Uhr, Sa, So, Fei 10–18 Uhr). Nur ein paar Schritte weiter stärken wir uns im Café & Restaurant „Kleines Haus" (Mi–So ab 11 Uhr). Hier kocht der Wirt saisonal und super frisch. Seine Zutaten holt er aus der Umgebung bis maximal 100 km. Zurück zum Teichland Linum (36 Teiche, auch zum Angeln, Naturlehrpfad) paddeln wir auf dem Alten Rhin bis zur Gabelung. Rechts geht's auf dem Kremmener Rhin in die Stadt Kremmen. Wir nehmen links den Bützrhin Richtung Altfriesack. Kurvenreich bring uns das Flüsschen zum 3 km langen Bützsee. Er ist so flach, dass Tonnen die Fahrrinne für Motorboote markieren müssen. Rechts vorbei an einer kleinen Insel (Naturschutzgebiet) und unser Rundkurs schließt sich.